13.08.23 | Update: Negativbeispiel Bikepark Borken

13
Aug
13.08.23 | Update: Negativbeispiel Bikepark Borken
13.08.23 | Update: Negativbeispiel Bikepark Borken
  • Trail-Bauer
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Das Update bezieht sich auf folgende Berichte:
– Bikepark-Negativbeispiel: Bikepark Borken
https://www.borkenerzeitung.de/Dirtpark-Borken-Ex-Planer-wirft-Stadt-Maengel-vor (leider mit Paywall)

Unser Beitrag hat einiges bewegt im sch├Ânen Borken. Beruhigend zu erfahren, dass der Einsatz von Steuergeldern und fragw├╝rdige Planungen doch nicht einfach so hingenommen werden.
Nat├╝rlich m├Âchte ich mit dem Negativbeispiel┬á Werbung f├╝r unsere gesamte Branche und f├╝r den gesamten Berufstand machen –
damit in Zukunft zielgerichtet bessere und preiswertere Mountainbike-Anlagen gebaut werden k├Ânnen!
(Kosten Bikepark Borken laut Zeitungsberichten: ca. 280.000 ÔéČ)

Resonanz in Radio, Zeitung & B├╝rgerschaft
Das Radio hat zum Interview angerufen, die Zeitung hat berichtet und einige B├╝rger*innen haben sich zustimmend bei uns gemeldet.

Unterschiedliche Aussagen zur Planung
Dem Zeitungsbericht ist zu entnehmen, dass inzwischen eine sicherheitstechnische Pr├╝fung durchgef├╝hrt wurde – die Er├Âffnung ist somit auf unbestimmte Zeit verschoben.
(Eigentlich ist dies auch nebens├Ąchlich, denn das Ergebnis ist ja mit den bereits er├Ârterten M├Ąngeln f├╝r alle Interessierten im Borkener Stadtpark zu besichtigen!)

Der Pr├╝fer ist ein gesch├Ątzter Kollege und hat uns auf Nachfrage mitgeteilt, dass er (entgegen der Darstellung) nicht zur Fachplanung, sondern lediglich f├╝r Beratung und Sicherheitspr├╝fung beauftragt wurde.
Nach der Beseitigung der akuten Sicherheitsm├Ąngel k├Ânne der Bikepark zu einem sp├Ąteren Zeitpunkt freigegeben werden.

Wichtig zu wissen:
Bei einer sicherheitstechnischen Pr├╝fung wird nur die Sicherheit, nicht die Attraktivit├Ąt einer Anlage gepr├╝ft.

Vermutung:
Da ein Einlenken der Stadt nach diesen ganzen Wirrungen nicht mehr zu erwarten ist, werden wohl vorerst nur die akuten Sicherheitsm├Ąngel behoben.
Schlie├člich sind bereits immense Kosten entstanden.

Dann wird die Anlage er├Âffnet und einige sch├Âne Spr├╝nge von ge├╝bten Sportler*innen gezeigt, gefilmt und fotografiert.
Scheinbar ist damit die Pflicht erf├╝llt und die Fehlplanung ausgewischt. Jedoch, weit gefehlt und leider falsch.

Grundlage des professionellen MTB-Streckenbau:
Die Hauptaufgabe beim professionellen MTB-Streckenbau liegt dem gesunden Menschenverstand zugrunde:
Jede ├Âffentliche Anlage muss sowohl f├╝r Anf├Ąnger*innen, Hobbysportler*innen und auch Ge├╝bte nutzbar, attraktiv & sicher sein.
Selbstredend┬á m├╝ssen (gem├Ą├č Zielgruppe) ca. 80-90% der Elemente f├╝r alle nutzbar und attraktiv sein, entsprechend k├Ânnen ca. 10-20% exklusiv f├╝r Ge├╝bte angelegt werden.
Ebendies zeichnet die professionelle Anlage aus.

Daher eignet sich der Bikepark in Borken optimal als Beispiel einer nicht fachgerechten Anlage.
Konkret: Der Pumptrack ist der einzige Bereich f├╝r Anf├Ąnger*innen & Hobbysportler*innen, allerdings ist auch hier durch M├Ąngel bei Anordnung der Wellen und Kurven kein echtes Pumptrack-Feeling zu erwarten.

„Schlammschlacht“ und Verunglimpfungen:
Im Zeitungsbericht versucht das Bauamt meine fr├╝here Fachplanung ver├Ąchtlich zu machen: „Man habe seinerzeit als Planungsgrundlage ein farbiges DIN A-3-Blatt vorgelegt bekommen.“
Weiterhin mutma├čt die Zeitung eine „Schlammschlacht“ und ein „Nachtreten“.

Dazu soviel:
Liebe Verantwortliche, wer im Glashaus sitzt, sollte weder mit Matschklumpen, farbigen DIN A-3-Bl├Ąttern, noch anderen unfallgef├Ąhrlichen Dingen werfen!
Ich mache diesen Beruf schon zu lange, als hier Zeit zu verplempern und eine beleidigte Leberwurst zu miemen.

Als professioneller Streckenplaner, Gutachter und Sachverst├Ąndiger sehe ich es als meine Pflicht an, deutlich auf solche groben M├Ąngel hinzuweisen.
Das Agieren der Stadt Borken ist sch├Ądlich f├╝r den Sport, unsere gesamte Branche und f├╝r jede*n einzelne*n Steuerzahlende*n.
Ich werde bei den Fakten bleiben und mich trotz Verunglimpfungen und Unwahrheiten nicht von der Leidenschaft zum Sport und meiner Liebe zum Beruf abbringen lassen.

Keine Gewinner:
Es tut mir leid, aber hier gibt es keine Gewinner – weder f├╝r die Stadt Borken, den Sport, die B├╝rger*innen, alle Steuerzahlenden, noch f├╝r meine Wenigkeit.
Ich w├╝rde mich wirklich ├╝ber nur ein einziges, gelungenes Element im Bikepark Borken freuen – jedoch ist es mir wirklich nicht m├Âglich.

Hier sind die gr├Â├čeren und kleineren M├Ąngel bei nahezu jedem Element vertreten. Hier muss deutlich ver├Ąndert und verbessert werden.
Es ist definitiv keine Genugtuung oder Freude f├╝r mich, solch einen Schlamassel aufzuarbeiten.

Fehlende Transparenz:
Hier wurde trotz mehrfacher Warnung der Bock zum G├Ąrtner gemacht – jedoch wird weiterhin die Wahrheit verdreht und Verantwortung abgewiesen.
Bei weiterer Verbreitung von Unwahrheiten oder versuchter Mundtotmachung scheue ich nicht,
Ro├č und Reiter zu benennnen und das Schlamassel in jedem Detail aufzukl├Ąren.

Die Planung der Anlage wurde laut Zeitungsbericht (BZ vom 20.07.2023 Seite13) „von einem st├Ądtischen Planer erstellt, mit jungen Sportlern abgestimmt.
Den Bau ├╝bernahm eine ├Ârtliche GaLaBau- Firma.
Bei allen Beteiligten ist keinerlei Nachweis oder Expertise im Bereich des professionellen Mountainbike- Streckenbau erkennbar!
(Wiederum nebens├Ąchlich, denn das Ergebnis ist ja mit den bereits er├Ârterten M├Ąngeln f├╝r alle Interessierten im Borkener Stadtpark zu besichtigen!)

Das bislang einzig „positive“ Ergebnis:

Es ist, wie es ist:
Das vorerst einzig positive ist, dass es nun endlich f├╝r unseren Berufsstand ein konkretes & l├╝ckenlos dokumentiertes Negativbeispiel eines mangelhaften Bikepark gibt (Kosten ca. 280.000 ÔéČ).

Trotzdem w├╝nsche ich mir, dass sich die Beteiligten besinnen und ggf. nun mit Profis arbeiten, damit der Bikepark Borken nachhaltig umgestaltet wird und somit der Sport von einer m├Âglichst breiten Zielgruppe ausge├╝bt werden kann.

Danke!
Mit sportlichen Gr├╝├čen,
G├╝nter Bracht

Weiterf├╝hrende Informationen & Grundlagen:


Bikeparks in Betrieb: